IV-SENIOREN-DARMSTADT

Interessenvertretung für ältere Menschen der Wissenschaftsstadt Darmstadt
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28.11.2017

Sprachrohr für ältere Menschen



Von Joachim Nieswandt

SENIORENVERTRETUNG
Nach schwierigem Start sieht die Vorsitzende Schwarz das Gremium auf einem guten Weg

DARMSTADT - Aller Anfang ist schwer. Diese Erfahrung musste auch die Vorsitzende der Interessenvertretung für ältere Menschen, Ursula Schwarz, machen. „Der Start war schwierig. Ich hatte mir das einfacher vorgestellt“, räumte sie jetzt nach dem ersten Jahr im Amt ein. Schwarz von den DGB-Senioren steht seit Anfang Dezember 2016 an der Spitze, die Vertretung gibt es seit zwei Jahren.

Das Gremium war im September 2015 erstmals von den älteren Menschen in Darmstadt gewählt worden. Es soll die Anliegen der Generation 60plus gezielt gegenüber der Stadt und in der Öffentlichkeit vertreten. Schwarz hatte Wolfgang Bender vom Sozialverband VdK abgelöst, der das Amt nach dem ersten Jahr aus gesundheitlichen und familiären Gründen niedergelegt hatte.

Langer Streit um Antragsrecht

Es sei schwer gewesen, die Mitglieder der Vertretung unter einen Hut zu bringen, sagte Schwarz. „Das erste Jahr haben wir uns nur mit uns beschäftigt“, kritisierte sie. Diese Einschätzung teilt Sozialdezernentin Barbara Akdeniz (Grüne), die die Arbeit der Vertretung stetig begleitete. Das Gremium habe sich mit großem Elan Ende 2015 konstituiert, sich dann aber zu lange an Formalitäten abgearbeitet. „Das hat zu lange gedauert“, sagte Akdeniz.

Schwarz und Akdeniz spielen damit auf einen Konflikt an, der die inhaltliche Arbeit des Gremiums im ersten Jahr über weite Strecken blockierte. Einige Mitglieder, unter anderem von den SPD-Senioren, der Akademie 55plus und der Gruppe Älter werden im Stadtteil forderten damals – und am Ende erfolglos – das Recht für das Gremium, Anträge in den Ausschüssen des Stadtparlaments zu stellen. Dabei sei von Anfang an klar gewesen, dass das Gremium nur beratenden Charakter hat, sagte Akdeniz. Die vom Stadtparlament verabschiedete Satzung der Seniorenvertretung sieht anders als beim Ausländerbeirat nur ein Rede- und Vorschlagsrecht vor.

Den Streit hat das Gremium hinter sich gelassen, inzwischen geht es auch inhaltlich voran. „Die Vernetzung mit den Stadtteilen und den jeweiligen Organisationen und Institutionen dort läuft gut an“, sagte Schwarz. Seit Ende September hat die Seniorenvertretung auch Ansprechpartner für alle Stadtteile benannt. Erstmals war das Gremium dieses Jahr auch bei den Seniorentagen im Darmstadtium mit einem Stand dabei. Aus der dafür gebildeten Vorbereitungsgruppe ist ein Beratungsteam hervorgegangen, das in den Augen von Schwarz künftig die Hauptarbeit leisten und die anfangs gebildeten Arbeitskreise absehbar ablösen könnte.

„Wir müssen uns auf wenige und vor allem soziale Ziele konzentrieren“, betonte die Vorsitzende. Sie nannte die Alten- und Krankenpflege, speziell die Beratung pflegebedürftiger Senioren ohne Angehörige, die Barrierefreiheit in der Stadt und die Schaffung altengerechter, bezahlbarer Wohnungen. Zugleich müsse die Kommunikation nach Außen verbessert werden. „Das A und O ist der Aufbau der Öffentlichkeitsarbeit“, sagte sie. „Wenn in drei Jahren die Vertretung neu gewählt wird, muss ein Fundament da sein, auf dem neue Mitglieder des Gremiums aufbauen können.“

Ausgeweitet werden sollen auch die Sprechzeiten des Gremiums in der Geschäftsstelle in der Frankfurter Straße 71. Obwohl immer mehr ältere Bürger wüssten, dass es eine Interessenvertretung für sie gebe, seien die Sprechstunden dort noch zu wenig bekannt, bedauerte Schwarz.

Auch die Sozialdezernentin sieht das Gremium mittlerweile auf einem guten Weg. Die Vertretung habe sich „gut zusammengerauft“. Immer häufiger seien Mitglieder des Gremiums bei einschlägigen Arbeitsgruppen der Stadt dabei, sei es die AG Innenstadt, die AG Inklusion oder der Bildungsbeirat, um dort die Anliegen und Erfahrung älterer Menschen einzubringen. Die Vertretung komme damit ihrer Funktion, „Sprachrohr für ältere Menschen“ zu sein, zunehmend nach. Verbesserungsbedarf sieht die Dezernentin noch in der Öffentlichkeitsarbeit. Um die Bekanntheit des Gremiums zu steigern, könne es auch mal in den Stadtteilen tagen und nicht nur im Rathaus, schlug sie vor.


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